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Auf dem Weg zur eigenen Wohnung

04.05.2021

Zu Besuch in der Außenwohngruppe der Lebenshilfe Herne, Selbstbestimmt Wohnen / Marco, Sandra und Mike berichten aus ihrem neuen Leben

Willkommene Gäste: Sandra hat Dennis und Nico zum Besuch im Kaninchengehege eingeladen.
Willkommene Gäste: Sandra hat Dennis und Nico
zum Besuch im Kaninchengehege eingeladen.

Seit Juni 2020 haben Marco (40), Sandra (32) und Mike (29) ein neues Zuhause: Sie leben in der neuen Außenwohngruppe der Lebenshilfe Herne, Selbstbestimmt Wohnen gGmbH. Das Wohnangebot richtet sich an junge Menschen mit einer Intelligenzminderung und Bindungsoder Persönlichkeitsstörungen, die im emotionalen und sozialen Bereich erhebliche Defizite aufweisen. Die kleine WG versorgt sich – unterstützt von Mitarbeiter*innen der Lebenshilfe – selbst. Dem Lebenshilfe journal hat das Trio von seinen Erfahrungen erzählt.

Die WG – vier Bewohnerzimmer, zwei Bäder, Wohnzimmer, Küche und Balkon – befindet sich in einem Mehrfamilienhaus mitten in der Stadt. Ein Zimmer ist noch frei – coronabedingt. Vor dem Umzug lebten Marco, Sandra und Mike mit zwölf weiteren Frauen und Männern in einer Wohnstätte der Lebenshilfe. Weil sie dort eine gute Entwicklung genommen haben, entschieden sie sich für den Umzug in eine Außenwohngruppe, weil sie sich dort mehr Selbstständigkeit erhoffen. Für Sandra ist das ein weiterer Schritt voran, sie freut sich auf die kleinere Gruppe. Mike wünscht sich mehr Ruhe, und für Marco bedeutet das Leben in der WG eine Chance auf dem Weg zur eigenen Wohnung. Ob sie dauerhaft wohnen bleiben oder nur für eine bestimmte Zeit, das hängt von ihrer persönlichen Entwicklung und ihren Wünschen ab.

Kaninchengehege im Zimmer

Für ihre eigenen Zimmer haben sie die Wandfarbe und den Bodenbelag selbst ausgesucht, auch an der Gestaltung der Gruppenräume waren sie beteiligt. Sandra ist glücklich, dass sie in ihrem Zimmer Kaninchen halten kann. Alle drei finden es toll, dass sie für das Essen selbst verantwortlich sind, dass sie viel mitplanen und auch mal allein sein können, wenn ihnen danach ist. Weil sie bisher in der Corona-Zeit ihrer Arbeit in den Werkstätten der wewole Stiftung nicht nachgehen können, verbringen sie die freie Zeit wie alle anderen auch – mit Playstation, Fernsehen, Musik, Malen und Basteln.

Gemeinsam kochen

Eine 24-Stunden-Begleitung gibt es in einer Außenwohngruppe nicht, nachts sind die drei allein. Täglich um 13 Uhr kommt ein Mitarbeiter, dann kochen alle gemeinsam. Am Nachmittag besprechen die Bewohner mit ihren Begleitern Alltagsprobleme und stellen einen Dienstplan für die Hausarbeit auf. Wenn sie zusätzliche Unterstützung brauchen, können sie jederzeit bei den Mitarbeitern der Ursprungseinrichtung anrufen, darüber sind Mike und Sandra sehr froh. Auch wenn alle ihr früheres Umfeld – die Mitarbeiter, die anderen Bewohner – ein bisschen vermissen, so fühlen sie sich doch weiterhin als Teil der Gruppe. Man besucht sich gegenseitig – auch mit Übernachtung.

Selbstständiger geworden

Freiheiten und Pflichten halten sich in der Wohngruppe die Waage. Das Leben dort fordert jede Menge persönlichen Einsatz, darauf sind alle stolz. „Wir putzen die gesamte Wohnung“, sagt Mike. „Wir kaufen unser Essen selber ein“, betont Marco. Und Sandra berichtet: „Wir sind selbständiger geworden, müssen uns mehr besprechen. Und ich kann etwas in den Kühlschrank packen, ohne dass es von anderen gegessen oder getrunken wird.“

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